Haus J, Dortmund

Haus J, Dortmund
2014
Architekt:

Heiderich Architekten

Mitarbeiter:
Angela Rösler
Michael Herold

Tragwerkplanung:
Haase, Lüdinghausen

Energieplanung:
Markus Patschke
Nordkirchen

Eine kuriose Geschichte!

Ein erst 4 Jahre altes Zweifamilienhauses, Highlight des Tages der Architektur 2009, muss wegen unsanierbarer Baumängel abgerissen werden.

Der fehlerhafte Aufbau der Holzständerwände mit einer PU Beschichtung der Außenseite und die Eindichtung der außenbündigen Fenster mit lediglich einer dauerelastischen Fuge führten schnell zu starkem Wassereintritt und schließlich zur Zersetzung der Lagerhölzer des Hauses.

Gutachter stellten einen Totalschaden fest!

Zum Blog der Bauherren

Die Bauherren fanden Heiderich Architekten durch Recherche im Internet. Zusammen haben wir zunächst das bestehende Haus untersucht. In kurzem Abstand noch einmal zu bauen, bietet schließlich auch die Chance, gemachte Erfahrungen zu nutzen und in eine neue Planung einfließen zu lassen.

Ein bessere Verzahnung der Wohnräume mit dem Garten war einer der Wünsche. Das erste Haus hatte Fenster zum Garten nur dort, wo es das Konzept der Architekten erlaubte, nicht da, wo sie sinnvoll gewesen wären. Auch sollten Flachdächer über dem Erdgeschoss, wenn sie schon vor den Wohnräumen lagen, auch als Dachterrasse nutzbar sein. Insgesamt sollte das neue Haus ein besseres Wohnklima bekommen.

Wegen der geringen Nutzungsdauer wurde intensiv untersucht, welche Bauteile sich mit vertretbarem Aufwand wiederverwenden ließen. Schließlich wurde die vorhandene Bodenplatte mit kleinen Änderungen genutzt. Wärmepumpe, Sanitärgegenstände, Elektroinstallationen und einige Fenster wurden eingelagert und wieder eingebaut. Die beiden Garagen wurden mit neuer Verkleidung erhalten.

Wie bei jedem freistehenden Haus gibt es verschiedene Seiten, die gemäß ihrer Nutzung und Ausrichtung unterschiedliche Gestaltung ermöglichen. So gibt es Terrassen zu mehreren Himmelsrichtungen, die Einfahrt zum Haupthaus wird durch eine Wandscheibe aus Cortenstahl klar abgegrenzt, die Einliegerwohnung erhält einen eigenen ungestörten Außenbereich und eine eigene Einfahrt. Im Norden gibt es einen kleinen gemeinsamen Wirtschaftshof. Die Teilung des Hauses in zwei Wohneinheiten ist an der Kubatur ablesbar. So wurden auf einem durchgehenden Sockel zwei Obergeschosse aufgesetzt, die durch die Dachterrasse der Einliegerwohnung voneinander getrennt sind.

Das Sockelgeschoss und das Obergeschoss der Einliegerwohnung bekamen eine Fassade aus einem fast schwarzem Klinker. Das Obergeschoss der Hauptwohnung mit einer Fassade aus weißem Kratzputz steht deutlich über das Sockelgeschoss über und überdacht Eingang und Freisitz.

In den Innenräumen wurde mit weißem Putz, ungefälzten Weißlacktüren, Eicheindustrieparkett, hellem Feinsteinzeug und ein paar Sichtbetonbauteilen die Gestaltung des alten Hauses beibehalten.

Um mit der vorhandenen Wärmepumpe und den unveränderten Geothermiebohrungen das Gebäude unter Einhaltung des KfW 55 Standards zu beheizen, wurde das Dach des Haupthauses mit Photovoltaik ausgerüstet. Die hier erzeugte Energie wird fast vollständig selbst genutzt und kann auch mit sehr einfachen Mitteln in einem groß dimensionierten Warmwasserspeicher genutzt werden. Zudem verfügt das Gebäude über Abluftanlagen.

Ein klares Highlight des Hauses ist das Gäste WC im Erdgeschoss des Haupthauses. Boden Decke und Wände wurden in einem kräftigen Pink völlig monochrom eingefärbt. Die Anstriche sind dabei in abwaschbarer Lackqualität, der Boden in Gießharz ausgeführt.

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