Physiotherapiepraxis

Physiotherapiepraxis
2002-2003

Physiotherapiepraxis, Essen
Innenarchitektur

Architekt:
Heiderich Hummert Klein

Projektleitung:
Nicole Dresemann

Lichtplanung:
Dirk Rosemann
Gelsenkirchen

Fotos:
Heike Höwer

Die Bauherren betreiben seit 25 Jahren eine Physiotherapiepraxis in Essen-Katernberg.

In der Nachbarschaft der bestehenden Räumlichkeiten wurde ein Wohn- und Geschäftshaus erbaut, in dessen beiden unteren Geschossen neue, erweiterte Praxisräume eingerichtet werden sollten. Die Planung und Ausführung des Hauses wurde von dritten übernommen. Es befand sich bereits im Rohbau, als die Bauherren unser Büro mit der Planung und Bauleitung der Innenarchitektur für die Praxisräume beauftragten.

Die Bauherren hatten im Vorfeld das von uns realisierte Projekt Wellness Center am Sporthotel Zugbrücke Grenzau besucht und wünschten sich für ihre Praxisräume eine ähnlich freundliche, natürliche Atmosphäre und eine ruhige, geradlinige Gestaltung.

Um dies sicherzustellen, wurde bereits fühzeitig ein sehr reduziertes Materialkonzept festgelegt, das konsequent bis ins Detail verfolgt wurde.

Weiße Putzoberflächen der Wände- und Decken, Bodenbeläge aus geöltem Eichenparkett und großformatigen Fliesen, die an den Naturstein Pietra Piasentina erinnern, bilden den Hintergrund für die eigens entworfene und angefertigte Möblierung. Diese wurde in weiten Teilen ebenfalls aus Eiche gefertigt. Für Waschtischplatten wurde geschliffener Basaltina verwendet. Oberflächen aus Kunststoff wurden weitestgehend vermieden.

Der Materialkanon wird durch ein zurückhaltend stimmungsvolles Beleuchtungskonzept unterstützt, das in Zusammenarbeit mit dem Lichtplaner entwickelt wurde.

In einigen Bereichen wurde es notwendig, die vorgefundenen räumlichen Gegebenheiten im technisch möglichen Umfang zu begradigen. Wo dies nicht zufriedenstellend zu lösen war, z.B. im Bereich von Unterzügen, Pfeilervorlagen oder frei im Raum verlaufenden Installationsleitungen, wurden diese Störungen zum Anlass genommen, mit funktionalen Elementen zu reagieren:

So entwickelt sich aus einer Pfeilervorlage im Wartebereich im EG eine räumliche Wandgestaltung mit der Garderobe, einem Zeitschriftenfach und der Lichtnische, die sich dann zum Beleuchtungskörper für die Geschosstreppe ausdehnt.

Die intensive Auseinandersetzung auch mit kniffligen Detaillösungen führt zu dem gewünschten Ergebnis, Unaufgeregtheit und Balance in den Praxisräume für Patienten und Mitarbeiter zu inszenieren. Dabei sind es nicht teure Materialien oder modisches Design, sondern die Einfachheit und die Reduktion der Dinge auf das Wesentliche, die den Räumen ihre Wertigkeit verleihen.

Konsequente Kosten- und Terminplanung führten dazu, dass der Ausbau der Praxis im veranschlagten Kostenrahmen realisiert und termingerecht Anfang Januar 2004 eröffnet werden konnte.

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