Wellness Center Hotel Zugbrücke, Grenzau

 

Wellness Center Hotel Zugbrücke, Grenzau
2002

Auftraggeber: Sporthotel Zugbrücke GmbH, Olaf Gstettner

Architekten: Heiderich Hummert Klein, Dortmund

Mitarbeiter: Nicole Dresemann, Ulf Schmiedeberg

Tragwerksplanung Neubau: Lederhose und Wittler, Dortmund

Tragwerksplanung Bestand: Jürgen Weyer, Höhr-Grenzhausen

Lichtplanung: Dirk Altenfeld, Bochum

Gebäudetechnik: Schwaderlapp & Lambracht, Montabaur

Im Rahmen einer allgemeinen Modernisierung soll das Sporthotel Zugbrücke Grenzau um vielfältige Wellnesseinrichtungen erweitert werden. Hierzu wird ein Neubau mit einem neuen Fitnessbereich, einer zeitgemässen Saunaanlage, einem Beauty Center und einem Schwimmbad geplant.

Dieser soll sowohl von Hotelgästen, als auch von den Sportlern des angegliederten Tischtennis-Olympiastützpunktes und der Tischtennisschule, sowie von Besuchern aus der Umgebung genutzt werden können.

Neben der Anbindung an die bestehende Hotelanlage stehen die sinnvolle funktionale Zuordnung der einzelnen Nutzungsbereiche und der Wunsch des Bauherrn nach einer ‘gesunden’, freundlichen Architektur im Mittelpunkt der Planung.

Vor dem Hintergrund des extrem schwierigen Baugrunds, eines erheblichen technischen Ausstattungsstandards und hohen Kostendrucks wird bereits in den frühen Planungsphasen eng mit Fachplanern für Baugrund, Tragwerk und technische Ausstattung zusammengearbeitet.

Bedingt durch die Hanglage entfällt belichtete Fassadenfläche, so dass ein sehr sorgfältiger Umgang mit natürlicher Belichtung erforderlich ist. In Zusammenarbeit einem Lichtplaner wird
zudem ein differenziertes, zurückhaltend effektvolles Beleuchtungskonzept mit z.T. eigens für das Objekt entwickelten Leuchten verwirklicht. Die Qualität des Gebäudes wird durch konsequente räumliche und konstruktive Einfachheit und Planung aller Punkte bis ins Detail erreicht.

Im gesamten Gebäude werden einfache Materialien mit weitgehend naturbelassenen Oberflächen verwendet. Auch bei der Auswahl und Planung des Mobiliars wird diese Sachlichkeit und formale Klarheit fortgeführt. So wird ein Großteil der Möblierung nach detaillierter Planung maßgefertigt, um ein die besondere Stimmigkeit zwischen Gebäude, Ausstattung und Einrichtung zu erreichen.

Höhr-Grenzhausen gilt als Zentrum Westerwälder Keramikkunst. Daher werden bauliche Voraussetzungen geschaffen, um das Gebäude in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Künstlern mit eigens entworfenen Kunstwerken aus Keramik und Porzellan auszustatten.

Wegen des schwierigen Baugrundes und der Tragkonstruktion des Gebäudes wird ein Fertigschwimmbecken eingebaut, das im Werk als PVC-ummantelter Stahlkorb vorgefertigt, an einem Stück auf die Baustelle transportiert und in den Rohbau eingesetzt wird. Dem Schwimmbad und dem Saunabereich ist eine sichtgeschützte Sonnenterrasse mit Außenwhirlpool zugeordnet.

Das Sporthotel Zugbrücke in Grenzau wurde in mehreren Schritten bis auf 350 Betten erweitert. Durch diese Erweiterungen wurde die interne Erschließung der Gebäude zunehmend unübersichtlicher. Im Zuge der Planung des neuen Wellness Centers “AVIVA” wurde die gesamte Erschließungsstruktur des Gebäudes überarbeitet.

Es entstand eine neue großzügige Lobby mit erweiterten Zonen für die Rezeption und auf der Fläche des ehemaligen Schwimmbades eine Hotelbar als Ergänzung des Gastronomieangebotes des Sporthotels Zugbrücke.

Für diesen Umbau wurde nach einem aufwändigen Aufmaß eine Bereinigung der in vielen Schritten gewachsenen und nicht dokumentierten Baukonstruktion nötig. Die Entwurfsplanung für Reception, Lobby und Bar musste sich wegen des begrenzten Budgets stark an den gegebenen Strukturen orientieren. So begrenzten sich die baulichen Eingriffe auf wenige große Durchbrüche nach Rückbau der Räumlichkeiten bis zum Rohbau.

Die Haustechnischen Anlagen wurden im betroffenen Bereich unter laufendem Hotelbetrieb auf einen zeitgemäßen Stand gebracht.

Erreicht wurde mit, gemessen an dem erreichten Standard, bescheidenen Mitteln eine klare Wegeführung im Gebäude und die leichte Auffindbarkeit der verschiedenen Bereiche des Hotels.

Das Materialkonzept in den umgebauten Gebäudeteilen beschränkt sich auf wenige Materialien: Putzflächen in gebrochenem Weiß, Eichenholz mit geölter Oberfläche, Mustangschiefer, schwarzes Leder und Edelstahl. Das zusammen mit dem Lichtplaner entwickelte Beleuchtungskonzept ermöglicht zu den verschiedenen Tageszeiten unterschiedliche Lichtstimmungen. Besonderer Effekt ist hier die Rückwandbeleuchtung der Bar mit eigens in unserem Büro konstruierten LED-Paneelen.