Haus J, Dortmund

 

Haus J, Dortmund
2015
Auftraggeber: Privat
Projektleitung: Angela Rösler
Tragwerksplanung: Haase, Lüdinghausen

Ein außergewöhnliches Projekt. Es begann mit dem Abriss eines Gebäudes, dass erst wenige Jahre stand.
Das Holztafelhaus von namhaften Kollegen war mit einer experimentellen Fassade ausgeführt worden. Auf einer OSB Platte war lediglich eine Beschichtung aus Flüssigkunststoff aufgetragen worden.
Anschlüsse zu flächenbündigen Fenstern bestanden aus Dichtstofffugen. Bauphysikalische Grundregeln fanden keine Anwendung.
Das ganze sah auch kurz von weitem interessant aus und fand auch Beachtung am Tag der Architektur und in der Presse.
Nach einiger Zeit begann es im Inneren feucht zu riechen. Schließlich wurde im Bereich der Außenwände der Estrich entfernt. Das Tragwerk der Außenwände war im Sockelbereich vollkommen verfault. Eine Sanierung war wirtschaftlich nicht möglich.
Das Haus wurde abgerissen.
Die Vorgaben für den Entwurf des neuen Hauses waren dann ebenfalls ungewöhnlich.
Es galt, neben der Umsetzung von Raumprogramm und funktionalen Ansprüchen auf dem ohnehin komplizierten Grundstück möglichst die noch brauchbaren Bauteile aus dem alten Haus wieder zu verwenden.
Am Ende waren das einige Fenster, die Garagen, Sanitärgegenstände, Die Erdwärmepumpe nebst Tiefenbohrungen und die Bodenplatte.
Die Grundform des Vorgängergebäudes wurde nicht übernommen, die Bodenplatte erweitert, die Entwässerungsleitungen zum Teil verzogen.
Ein Holzhaus wollten die Bauherren lieber nicht noch einmal bauen, auch wenn das in der Regel mehrere Generationen lang hält.
Die Vorliebe der Bauherren für einen gewissen Formalismus hatte die Vorgeschichte nicht geändert.
So entstand das Konzept aus einer Addition von Kuben aus Klinker und einem Putzbaukörper, gegenüber dem Vorgänger allerdings rechtwinklig.
Zudem gab es dieses Mal auch Fenster von Esszimmer und Wohnzimmer zum Garten (beim Vorgängerhaus passte das nicht ins Konzept der Architekten!)
Die Einliegerwohnung wurde größer und bekam wie die Kinderzimmer eine eigene Dachterrasse.
Am Ende bleibt es erstaunlich, dass sich derart geschädigte Menschen noch einmal in das Wagnis “Architektenhaus” begeben.